Kundalini Yoga

Kundalini Yoga, wie es von Yogi Bhajan gelehrt wurde, ist viel mehr als körperliche Übungen. Es ist ein dynamisches, kraftvolles Instrument zur Ausdehnung des Bewusstseins, durch Körperübungen (Asana), bewusster Atemführung (Pranayama) und Meditation. Es arbeitet an deiner Gesamtenergie, deinem Energiefluss.

Ziel des Kundalini Yoga ist es, dich mit deinem eigenen Potential, deiner inneren Göttlichkeit, zu verbinden und deine Lebensenergie wieder ins Fließen zu bringen. Es stärkt deine Nerven und dein Durchhaltevermögen, wodurch du mit mehr Gelassenheit, Flexibilität und Freude durch dein Leben gehen kannst.

Die Kraft des Kundalini-Yoga liegt in der Erfahrung. Sie trägt uns über unseren Geist hinaus, wo wir unserem Herzen folgen können.

 

 

Ablauf einer Kundalini Yoga Einheit

  • Mantra zum Einstimmen
    Vor jeder Kriya singen wir 3x das Mantra „Ong Namo Guru Dev Namo“, sowie 3x das Schutzmantra „Aad Guree Nameh“. Mit diesen Mantren bereiten wir uns innerlich auf die Yoga Stunde vor.
  • Set / Kriya
    Den Hauptteil der Yoga Stunde nennen wir Kriya. Dies ist eine Abfolge von Haltungen, Atmung und Klang, die eine Einheit miteinander bilden um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Es gibt viele unterschiedliche Kriyas, wobei jede eine ganz spezielle Wirkung auf unseren Körper und unser Befinden hat.
  • Tiefenentspannung
    Nach der aktiven Phase entspannen wir für 11 Min. Hierfür eignet sich besonders die Rückenlage, da sich dein Körper so am besten entspannen kann. Deine Gedanken beruhigen sich und die so mobilisierte Energie kann fließen.
  • Meditation
    Die „Werkzeuge“ einer Meditation können sehr unterschiedlich sein: Mantras, Mudras, Asanas, Atemführung …
  • Mantra zum Ausstimmen
    Als Abschluss der Yoga Stunde stimmen wir uns mit dem Mantra „May the long time sun“ aus.
    Danach singen wir 3 mal „Sat Nam“.

Asana – Körperhaltung

Im Kundalini Yoga gibt es etwa 50 Basishaltungen, wie z.B. Pflug, Dreieck, Kobra, Brücke etc. Neben der exakten Ausführung der Übung und der Steigerung der Flexibilität, geht es vor allem um eine natürliche Dynamik des Körpers und um ein wachsendes Körperbewusstsein.

Pranayama – Atemführung

Pranayama nennt man die Wissenschaft des Atems. Hier werden Rhythmus und Tiefe des Atems genutzt um verschiedene Energiezustände hervorzubringen bzw. zu lenken. Die drei wichtigsten Atemformen im Kundalini Yoga sind der natürliche Atem, langer tiefer Atem und Feueratem.

  • Natürlicher Atem:
    Einatmung durch die Nase, dabei bewegt sich der Nabel nach außen, der Bauch füllt sich mit Luft, der Brustkorb dehnt sich ebenso aus. Beim AUSATMEN durch die Nase geht der Nabel nach innen, der Bauch leert sich. Die Wirbelsäule ist dabei immer aufrecht.
  • Langer tiefer Atem:
    Beim langen tiefen Atem nutzt man die gesamte Lungenkapazität, indem man alle 3 Lungenkammern auslastet. Er wirkt beruhigend und entspannt uns. Mit der Einatmung ziehst du den Atem in den Bauchraum, dann hoch in den Zwischenrippenbogen, weiter zum Brustbein und zum Schluss in die Lungenspitzen. Bei der Ausatmung in umgekehrter Reihenfolge.
  • Feueratem:
    Der Feueratem wirkt reinigend auf unserer System. Wir konzentrieren uns auf das Ausatmen, wobei Ein- und Ausatmung gleich lange sind. Beim Ausatmen zeihen wir zusätzlich den Bauchnabel zur Wirbelsäule. Wir atmen schnell und kräftig (etwa 2x pro Sekunde).

Meditation

Eine Meditation ist ein Prozess zur Kontrolle und Überwindung der Gedankenwellen. Sie reinigt unser Unterbewusstsein, löst Blockaden und Ängste und verbindet uns mit unserem höheren Selbst. Es gibt unterschiedliche “Werkzeuge” für Meditationen: Mantras, Mudras, Asanas und natürlich eine bewusste Atemführung.

MULBANDH – Die Wurzelschleuse

Viele Yogaübungen werden beendet, indem wir unser „Mulbandh“ ziehen. Dazu spannst du deine After- und Geschlechtsmuskel an (ähnlich wie beim Harnhalten) und ziehst den Bauchnabel nach innen und oben in Richtung Wirbelsäule. Durch das „Mulbandh spannen“ aktivierst du deinen Beckenboden, verstärkst den Energiefluss der Übung und ermöglicht es dieser sich im ganzen Körper zu verteilen.

Ong Namo Guru Dev Namo (3x)

Bedeutung:
Ich verbeuge mich vor dem Lehrer, der in mir ist.
Ich begrüße die kosmische, schöpferische Energie und den erhabenen Weg zum Licht.

Aad Guree Nameh
Jugaad Guree Nameh
Sat Guree Nameh
Siri Guru Deeve Nameh

Bedeutung:
Ich verneige mich (Nameh) vor dem unendlichen, zeitlosen (Ad) Lehrer (Gure)
Ich verneige mich vor dem Lehrer in allen Zeiten (Jugad = Zeitalter)
Ich verneige mich vor dem inneren Lehrer, der uns die Wahrheit (Sat) enthüllt.
Ich verneige mich vor dem Guru, dem göttlichen Lehrer, der uns aus dem Dunkeln (Gu) zum Licht (Ru) führt.

 

May the Long Time Sun
Shine upon you
All love surround you
And the pure light
within you
Guide your way on

Bedeutung:
Möge die ewige Sonne auf dich scheinen.
Liebe dich umhüllen,
und das reine Licht in deinem Inneren
dir den Weg zeigen.

Sat Nam (3x)

Bedeutung:
Sat =Wahrheit, Nam = Identität
Sat Nam erinnert dich daran, wer Du wirklich bist.

Es ist dein Geburtsrecht glücklich zu sein.

Yogi Bhajan