Kundalini Yoga

Kundalini Yoga

… ist viel mehr als körperliche Übungen. Es ist ein dynamisches, kraftvolles Instrument zur Ausdehnung des Bewusstseins – durch Körperübungen (Asana), bewusster Atemführung (Pranayama) und Meditation. Es arbeitet an deiner Gesamtenergie, deinem Energiefluss.

Indem du deinen Körper bewegst, dich stärkst und reinigst, veränderst du zugleich dein Bewusstsein. Die Kraft des Kundalini Yoga liegt in der Erfahrung: Sie trägt dich über deinen Geist hinaus, hilft dir, ganz im Moment anzukommen und dein Gleichgewicht zu finden. Bleib neugierig! Beobachte dich selbst während der Übungen und nimm wahr, wie sie auf dich und deinen Körper wirken.

Ziel des Kundalini Yoga ist es, dich mit deiner inneren Weisheit zu verbinden und deine Lebensenergie wieder ins Fließen zu bringen. Es arbeitet unter anderem mit deinem Meridiansystem, stärkt deine Nerven und dein Durchhaltevermögen – wodurch du mit mehr Gelassenheit, Flexibilität und Freude durch dein Leben gehen kannst.

 

Ablauf einer Yoga-Einheit

  • Set / Kriya: Den Hauptteil der Yogastunde nennen wir Kriya. Dies ist eine gezielte Abfolge von Haltungen, Atemtechniken und Klang, die eine Einheit bilden und unsere Energie ins Fließen bringen. Es gibt viele unterschiedliche Kriyas, wobei jede eine ganz spezielle Wirkung auf unseren Körper und unser Wohlbefinden hat.
  • Tiefenentspannung: Nach der aktiven Phase geben wir unserem Körper Zeit, zu integrieren und zu transformieren. Hierfür eignet sich die Rückenlage besonders gut, da sich der Körper so am besten entspannen kann. Es ist angenehm, sich in eine Decke einzuwickeln, damit der Körper nicht auskühlt. Die Gedanken beruhigen sich und die Energie kann frei fließen …
  • Meditation: Meditation ist ein wichtiger Bestandteil im Kundalini Yoga. Sie hilft uns, unsere Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen, Sorgen loszulassen und völlig im Moment anzukommen – in der puren Wahrnehmung.

Asana – Körperhaltung

Im Kundalini Yoga gibt es viele Basishaltungen, wie z.B. den Pflug, das Dreieck, die Kobra usw. Neben der exakten Ausführung der Übung und der Steigerung deiner Flexibilität, geht es vor allem um eine natürliche Dynamik des Körpers und um ein wachsendes Körperbewusstsein. Es geht darum, dich selbst zu spüren und wahrzunehmen, was in dir durch die Übungen passiert – sowohl körperlich als auch geistig – ohne es zu bewerten.

Pranayama – Atemführung

Pranayama nennt man die Wissenschaft des Atems. Hier werden Rhythmus und Tiefe des Atems genutzt, um verschiedene Energiezustände hervorzubringen bzw. zu lenken. Im Yoga atmen wir grundsätzlich durch die Nase, da die Luft auf diese Weise gefiltert wird und deine Energiekanäle aktiviert werden. Die drei wichtigsten Atemformen im Kundalini Yoga sind der natürliche Atem, langer tiefer Atem und Feueratem.

  • Natürlicher Atem:
    Bei der Einatmung bewegt sich der Nabel nach außen, der Bauch füllt sich mit Luft, der Brustkorb dehnt sich ebenfalls aus. Beim Ausatmen geht der Nabel nach innen, der Bauch leert sich. Die Wirbelsäule ist dabei immer aufrecht.
  • Langer tiefer Atem:
    Beim langen tiefen Atem nutzt man die gesamte Lungenkapazität, indem man alle 3 Lungenkammern auslastet. Er wirkt beruhigend und entspannt uns. Bei der Einatmung ziehst du den Atem in den Bauchraum, dann hoch in den Zwischenrippenbogen, weiter zum Brustbein und zum Schluss in die Lungenspitzen. Bei der Ausatmung in umgekehrter Reihenfolge.
  • Feueratem:
    Der Feueratem wirkt reinigend auf unserer System. Wir konzentrieren uns auf das Ausatmen, wobei Ein- und Ausatmung gleich lange sind. Beim Ausatmen ziehen wir zusätzlich den Bauchnabel zur Wirbelsäule. Wir atmen schnell und kräftig.

MULBANDH – Wurzelschleuse

Viele Yogaübungen werden beendet, indem wir unser „Mulbandh“ ziehen. Dazu spannst du deine After- und Geschlechtsmuskel an (ähnlich wie beim Harnhalten) und ziehst den Bauchnabel nach innen und oben in Richtung Wirbelsäule. Durch das „Mulbandh-Spannen“ aktivierst du deinen Beckenboden, verstärkst den Energiefluss der Übung und ermöglicht es, dass sich dieser im ganzen Körper verteilt.

Ong Namo Guru Dev Namo

Bedeutung:
Ich verbeuge mich vor meiner inneren Weisheit, dem Lehrer, der in mir ist.

(Das Mantra bringt uns in einen Zustand von Ausgeglichenheit und Neutralität, die uns mit der Weisheit in uns verbindet.)

Aad Guree Nameh
Jugaad Guree Nameh
Sat Guree Nameh
Siri Guru Deeve Nameh

Bedeutung:
Ich verneige mich vor dem unendlichen, zeitlosen Lehrer (Gure)
Ich verneige mich vor dem Lehrer in allen Zeiten (Jugad = Zeitalter)
Ich verneige mich vor meinem inneren Lehrer, der mir die Wahrheit (Sat) enthüllt.
Ich verneige mich vor dem göttlichen Lehrer, der uns aus dem Dunkeln (Gu) zum Licht (Ru) führt.

(Dieses Schutzmantra beseitigt die Wolken des Zweifels, indem es ein beschützendes Energiefeld kreiert. Es schenkt uns einen klaren Geist sowie das Gefühl von innerer Sicherheit und Stabilität.)

 

May the Long Time Sun
Shine upon you
All love surround you
And the pure light
within you
Guide your way on

Bedeutung:
Möge die ewige Sonne auf dich scheinen.
Liebe dich umhüllen,
und das reine Licht in deinem Inneren
dir den Weg weisen.

Sat Nam (3x)

Bedeutung:
Sat =Wahrheit, Nam = Identität
Sat Nam erinnert uns daran, wer wir wirklich sind. Es ist der göttliche Samen in uns.

Für ein authentisches Sein
verbinde deine Füße mit der Erde
und deinen Kopf mit dem Himmel.

Yogi Bhajan